Hallo liebe Blog-Besucher - Freunde, Bekannte und Gäste!

Wie schön, dass ihr diese Seite gefunden habt :)

Ihr findet hier Infos, Fotos, Neuigkeiten und kleine Geschichten aus dem Leben einer Freiwilligen. Also mir, um genau zu sein ;-)
Ich bin seit September 09 in Rumänien und leiste hier einen Freiwilligendienst in einem Dialogprojekt mit Roma-Kindern.

Weil das so eine spannende und ja doch eher ungewöhnliche Erfahrung ist, möchte ich sie mit euch teilen und hier ein kleines Fensterchen ins wilde Osteuropa aufmachen, durch das ihr sehen könnt...

Viel Spaß und vielen Dank für das Interesse,
eure Nikola


Donnerstag, 22. April 2010

Village-News :)

Mittwoch waren wir wieder in Rontau im Kindergarten, der Plan diesmal: Kinder sammeln, waschen, Holz hacken...


Wir sind mit der Leiterin Claudia ins Dorf gegangen, um Kinder einzusammeln, weil so wenige von selbst gekommen sind.
Wir waren da schon recht oft und inzwischen wirkt es nicht mehr ganz so schockierend wie beim ersten Mal. Dort erlebt man wirklich dritte Welt vom feinsten.
Die Häuschen am unteren Ende sind verhältnismäßig wohlhabend, zum Teil sogar richtig schön und wohnlich, mit gefliestem Fußboden und gestrichenen Wänden. Teilweise haben die Leute dort sogar ein Auto.
Je weiter man aber den Hügel hinauf geht, desto kleiner, schäbiger und armseliger werden die Hütten. Im ärmeren Teil bestehen die Häuschen meistens aus einem einzigen kleinen Zimmer, manchmal auch noch einem kleinen aus Brettern angebauten Eingangsbereich, und dort wohnt dann eine ganze Familie mit oft fünf bis zehn Kindern.

Es gibt eine Familie, deren Kinder zu uns in den Kindergarten kommen, die sich so gut wie gar nicht um die Kinder oder um irgendetwas kümmert. Bis letzte Woche haben sie bei den Großeltern gelebt. Jetzt wurden sie rausgeworfen, weil die Großeltern es sich nicht leisten können, sechs zusätzliche Esser durchzufüttern, wenn die Eltern nichts beisteuern.
Diese Kinder wollten wir also bei den Großeltern abholen, doch da war niemand. Silviu und seine drei Geschwister wohnen jetzt mit den Eltern ein kleines Stück weiter weg, in einer Art Zelt. Sie haben Decken über ein paar Holzpfosten gehangen und darüber eine Plastikplane. Es passt genau eine Doppelmatratze hinein, sonst nichts. Auf dem Boden liegen keine Bretter oder Pappen, da kommt dann gleich das Gras bzw. der Matsch, wenn es regnet.

Unvorstellbare Zustände. Und es ist gleichzeitig irgendwie so normal: wenn das alles ist, was sie haben, dann leben die Menschen dort eben so. Sie klagen und weinen nicht vor uns, wir werden dort auch erstaunlich selten angebettelt. So sieht das Leben dort seit Generationen aus. Aber es ändert sich auch kaum etwas. Es wird sehr früh geheiratet, die Mädchen bekommen oft mit 14 ihr erstes Kind und dann wächst die nächste Generation in den selben Zuständen auf, und lernt, sich damit abzufinden.


Jetzt, wo es wieder warm ist, können wir die Kinder manchmal waschen. Es gibt eine Dusche im Kindergarten und dahin nehmen wir dann ein paar Kinder mit und waschen sie.
Ich habe das am Mittwoch zum ersten Mal gemacht und das erste Kind, das Steffi und ich gewaschen haben, war gleich eines der allerschmutzigsten. Simion - der Cousin von Silviu, der jetzt im Zelt wohnt - hatte sich irgendwann (ich weiß nicht wann) in die Hose gemacht und die gesamte Hose und der gesamte Junge waren voll davon. Ich weiß nicht, wie oft die Eltern bzw. ob sie ihn überhaupt je waschen. Das war das erste Mal, dass mir richtig übel geworden ist vor Ekel. Bevor ich hergekommen bin, habe ich so arme Dritte-Welt-Kinder immer sofort in den Arm nehmen und ihnen etwas zu essen geben wollen. Das Bild, das man eben aus den Medien hat. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass man sich vor ihnen ekeln könnte beziehungsweise habe mir überhaupt keine Gedanken darüber gemacht. Das ist mit der Zeit immer besser geworden, aber das war mal wieder eine Herausforderung. 7 Kinder haben wir gewaschen. Danach haben sie dann mal ganz normal gewaschen gerochen und schienen sich auch wohlzufühlen.


Und dann haben wir noch Holz gehackt ;-)
Dwight, der Amerikaner, der die Stiftung leitet ("In Brate" finanziert den Kindergarten und ein Betreuungsprojekt im Kinderkrankenhaus von Oradea), bezahlt einen Jungen aus dem Dorf, damit er für den Kindergarten Holz hackt. Ich würde ihn auf nicht älter als 12 schätzen und weiß nicht so richtig, was ich davon halten soll. Der Junge freut sich sicher über etwas Geld, aber Kinderarbeit wird deren Probleme auch nicht lösen.
Steffi und ich dachten uns also ganz sonnig und fröhlich, helfen wir ihm doch und haben unseren Spaß dabei ^^ aber der konnte das richtig richtig gut, der kleine!
Hier sind ein paar lustige Videos...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen