Es ist kein staatlich anerkannter Kindergarten und hat auch keine festen Gruppen, es wird einfach zwei mal täglich drei Stunden Programm für Kinder angeboten, die zu dieser Zeit kommen möchten. Ich nenne es einfach trotzdem Kindergarten, weil mir kein besserer Begriff einfällt...
Das alles ist ein mehr oder weniger improvisiertes soziales Projekt, das unter unheimlich schwierigen Umständen versucht, etwas für die Kinder zu tun. Außer uns Freiwilligen arbeiten dort jeden Tag zwei Betreuer, die zwar keine soziale oder pädagogische Ausbildung haben, aber sehr nett und warm zu den Kindern sind,. Wir kümmern uns dann zusammen um die 20 bis 35 Kinder zwischen etwa 2 und 7 Jahren, die im Dachgeschoss der winzigen Kirche herumspringen.
Die Kinder Dort sind sehr sehr arm und zum Teil völlig verwahrlost, weil die Eltern sich nicht um sie kümmern.
Im Dorf gibt es kein fließend Wasser, auch der Brunnen der Kirche friert im Winter zu. Manche Familien leben in kleinen Häuschen, andere in Bretterverschlägen mit Bettlaken anstelle von Fensterscheiben. Es gibt einige ordentlich Häuser, in denen die Mütter auch Wäsche waschen, aber viele sind unglaublich dreckig, überall liegt Müll und Staub und Essensreste und es riecht wie im Stall.
Die Kinder haben eigentlich immer schmutzige, zu kleine, zu große oder zerrissene Kleider an. Nur wenige werden regelmäßig gewaschen und sie haben Läuse.Sie sind unheimlich herzlich und freuen sich so über jeden, der mit ihnen spielt und ein wenig Zuneigung zeigt. Es ist sehr leicht, einen Zugang zu den Kindern zu finden, auch ohne eine gemeinsame Sprache zu sprechen. Deshalb gehe ich jedes mal wieder gerne dort hin. :-)