Hallo liebe Blog-Besucher - Freunde, Bekannte und Gäste!

Wie schön, dass ihr diese Seite gefunden habt :)

Ihr findet hier Infos, Fotos, Neuigkeiten und kleine Geschichten aus dem Leben einer Freiwilligen. Also mir, um genau zu sein ;-)
Ich bin seit September 09 in Rumänien und leiste hier einen Freiwilligendienst in einem Dialogprojekt mit Roma-Kindern.

Weil das so eine spannende und ja doch eher ungewöhnliche Erfahrung ist, möchte ich sie mit euch teilen und hier ein kleines Fensterchen ins wilde Osteuropa aufmachen, durch das ihr sehen könnt...

Viel Spaß und vielen Dank für das Interesse,
eure Nikola


Der Kindergarten im Dorf

Einmal in der Woche arbeite ich in einer Art Kindergarten in der Roma-Siedlung am Rande des Dorfes Rontau.
Es ist kein staatlich anerkannter Kindergarten und hat auch keine festen Gruppen, es wird einfach zwei mal täglich drei Stunden Programm für Kinder angeboten, die zu dieser Zeit kommen möchten. Ich nenne es einfach trotzdem Kindergarten, weil mir kein besserer Begriff einfällt...

Das alles ist ein mehr oder weniger improvisiertes soziales Projekt, das unter unheimlich schwierigen Umständen versucht, etwas für die Kinder zu tun. Außer uns Freiwilligen arbeiten dort jeden Tag zwei Betreuer, die zwar keine soziale oder pädagogische Ausbildung haben, aber sehr nett und warm zu den Kindern sind,. Wir kümmern uns dann zusammen um die 20 bis 35 Kinder zwischen etwa 2 und 7 Jahren, die im Dachgeschoss der winzigen Kirche herumspringen.

Wir beschäftigen dann die Kinder, puzzlen, malen, kuscheln, spielen mit Autos und Barbies und basteln manchmal. Wenn es sich machen lässt, versuchen wir auch Gruppenspiele zu machen und zusammen zu singen. Am Ende gibt es dann Brote oder Cornflakes für die Kinder und danach gehen sie nach Hause.

Die Kinder Dort sind sehr sehr arm und zum Teil völlig verwahrlost, weil die Eltern sich nicht um sie kümmern.
Als ich das erste Mal im Kindergarten war, konnte ich nicht fassen, wie dieses Dritte-Welt-Land zur EU gehören kann.
Im Dorf gibt es kein fließend Wasser, auch der Brunnen der Kirche friert im Winter zu. Manche Familien leben in kleinen Häuschen, andere in Bretterverschlägen mit Bettlaken anstelle von Fensterscheiben. Es gibt einige ordentlich Häuser, in denen die Mütter auch Wäsche waschen, aber viele sind unglaublich dreckig, überall liegt Müll und Staub und Essensreste und es riecht wie im Stall.


Die Kinder haben eigentlich immer schmutzige, zu kleine, zu große oder zerrissene Kleider an. Nur wenige werden regelmäßig gewaschen und sie haben Läuse.
Sie sind unheimlich herzlich und freuen sich so über jeden, der mit ihnen spielt und ein wenig Zuneigung zeigt. Es ist sehr leicht, einen Zugang zu den Kindern zu finden, auch ohne eine gemeinsame Sprache zu sprechen. Deshalb gehe ich jedes mal wieder gerne dort hin. :-)