Hallo liebe Blog-Besucher - Freunde, Bekannte und Gäste!

Wie schön, dass ihr diese Seite gefunden habt :)

Ihr findet hier Infos, Fotos, Neuigkeiten und kleine Geschichten aus dem Leben einer Freiwilligen. Also mir, um genau zu sein ;-)
Ich bin seit September 09 in Rumänien und leiste hier einen Freiwilligendienst in einem Dialogprojekt mit Roma-Kindern.

Weil das so eine spannende und ja doch eher ungewöhnliche Erfahrung ist, möchte ich sie mit euch teilen und hier ein kleines Fensterchen ins wilde Osteuropa aufmachen, durch das ihr sehen könnt...

Viel Spaß und vielen Dank für das Interesse,
eure Nikola


Freitag, 4. Juni 2010

Für alle, die das noch nicht zufällig gesehen haben...

aus dem Havelländer der MAZ, Fr. 21. Mai 2010

Donnerstag, 13. Mai 2010

Briefe, Bastelstunden, Reisen - wir dürfen in der Schule jetzt endlich richtig aufblühen =)
Unsere Projekte laufen richtig gut, die Kinder haben großen Spaß daran und auch die Lehrer und Eltern lernen unsere Arbeit endlich zu schätzen.

Mit den Kontinenten sind wir jetzt in einigen Klassen fertig. Wir sind mit ihnen an alle Ecken der Welt gereist, haben Bilder und Filme gezeigt und bunte Aktionen und Spiele gemacht.
Von Europa, Afrika und Asien habe ich ja neulich schon erzählt, aber hier sind noch ein paar mehr Bilder:
Das Afrika-Projekt in der ersten Klasse, wir zeigen einen Film, basteln Rasseln und Trommeln und machen Musik:

Und das Asien-Projekt, auch in der ersten Klasse, mit Reis-Mit-Stäbchen-Essen und Yoga:



In Nordamerika haben wir Schummelmäxchen gespielt, wie in Las Vegas ;-) , und Hannah-Montana-Heftchen gezeigt. (Die Kinder hier haben alles von Hannah Montana, von Mütze bis Socke, Federtasche bis Schulmappe...)



Südamerika haben die Kinder in einer Aztekenschatzkiste gefunden. Wir sind mit Quizfragen über das Schulgelände gerannt und für jede richtige Antwort gab es ein neues Stück Schatzkarte. In der Kiste waren dann Gold und andere Schätze, auch viele Fotos von Südamerika. Die große Freude über diesen tollen Fund konnten wir am besten im Tanz ausdrücken und haben den Kindern Salsa beigebracht... :D


Zu guter Letzt waren wir in Australien und, um uns in die australischen Känguruhs hineinversetzen zu können, haben wir einen Sackhüpf-Wettbewerb veranstaltet.

Die Kinder begrüßen uns jetzt immer noch auf deutsch, englisch, französisch, spanisch, italienisch und so weiter, erinnern sich an die afrikanischen Trommeln und können mit Stäbchen essen.

Donnerstag, 22. April 2010

Village-News :)

Mittwoch waren wir wieder in Rontau im Kindergarten, der Plan diesmal: Kinder sammeln, waschen, Holz hacken...


Wir sind mit der Leiterin Claudia ins Dorf gegangen, um Kinder einzusammeln, weil so wenige von selbst gekommen sind.
Wir waren da schon recht oft und inzwischen wirkt es nicht mehr ganz so schockierend wie beim ersten Mal. Dort erlebt man wirklich dritte Welt vom feinsten.
Die Häuschen am unteren Ende sind verhältnismäßig wohlhabend, zum Teil sogar richtig schön und wohnlich, mit gefliestem Fußboden und gestrichenen Wänden. Teilweise haben die Leute dort sogar ein Auto.
Je weiter man aber den Hügel hinauf geht, desto kleiner, schäbiger und armseliger werden die Hütten. Im ärmeren Teil bestehen die Häuschen meistens aus einem einzigen kleinen Zimmer, manchmal auch noch einem kleinen aus Brettern angebauten Eingangsbereich, und dort wohnt dann eine ganze Familie mit oft fünf bis zehn Kindern.

Es gibt eine Familie, deren Kinder zu uns in den Kindergarten kommen, die sich so gut wie gar nicht um die Kinder oder um irgendetwas kümmert. Bis letzte Woche haben sie bei den Großeltern gelebt. Jetzt wurden sie rausgeworfen, weil die Großeltern es sich nicht leisten können, sechs zusätzliche Esser durchzufüttern, wenn die Eltern nichts beisteuern.
Diese Kinder wollten wir also bei den Großeltern abholen, doch da war niemand. Silviu und seine drei Geschwister wohnen jetzt mit den Eltern ein kleines Stück weiter weg, in einer Art Zelt. Sie haben Decken über ein paar Holzpfosten gehangen und darüber eine Plastikplane. Es passt genau eine Doppelmatratze hinein, sonst nichts. Auf dem Boden liegen keine Bretter oder Pappen, da kommt dann gleich das Gras bzw. der Matsch, wenn es regnet.

Unvorstellbare Zustände. Und es ist gleichzeitig irgendwie so normal: wenn das alles ist, was sie haben, dann leben die Menschen dort eben so. Sie klagen und weinen nicht vor uns, wir werden dort auch erstaunlich selten angebettelt. So sieht das Leben dort seit Generationen aus. Aber es ändert sich auch kaum etwas. Es wird sehr früh geheiratet, die Mädchen bekommen oft mit 14 ihr erstes Kind und dann wächst die nächste Generation in den selben Zuständen auf, und lernt, sich damit abzufinden.


Jetzt, wo es wieder warm ist, können wir die Kinder manchmal waschen. Es gibt eine Dusche im Kindergarten und dahin nehmen wir dann ein paar Kinder mit und waschen sie.
Ich habe das am Mittwoch zum ersten Mal gemacht und das erste Kind, das Steffi und ich gewaschen haben, war gleich eines der allerschmutzigsten. Simion - der Cousin von Silviu, der jetzt im Zelt wohnt - hatte sich irgendwann (ich weiß nicht wann) in die Hose gemacht und die gesamte Hose und der gesamte Junge waren voll davon. Ich weiß nicht, wie oft die Eltern bzw. ob sie ihn überhaupt je waschen. Das war das erste Mal, dass mir richtig übel geworden ist vor Ekel. Bevor ich hergekommen bin, habe ich so arme Dritte-Welt-Kinder immer sofort in den Arm nehmen und ihnen etwas zu essen geben wollen. Das Bild, das man eben aus den Medien hat. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass man sich vor ihnen ekeln könnte beziehungsweise habe mir überhaupt keine Gedanken darüber gemacht. Das ist mit der Zeit immer besser geworden, aber das war mal wieder eine Herausforderung. 7 Kinder haben wir gewaschen. Danach haben sie dann mal ganz normal gewaschen gerochen und schienen sich auch wohlzufühlen.


Und dann haben wir noch Holz gehackt ;-)
Dwight, der Amerikaner, der die Stiftung leitet ("In Brate" finanziert den Kindergarten und ein Betreuungsprojekt im Kinderkrankenhaus von Oradea), bezahlt einen Jungen aus dem Dorf, damit er für den Kindergarten Holz hackt. Ich würde ihn auf nicht älter als 12 schätzen und weiß nicht so richtig, was ich davon halten soll. Der Junge freut sich sicher über etwas Geld, aber Kinderarbeit wird deren Probleme auch nicht lösen.
Steffi und ich dachten uns also ganz sonnig und fröhlich, helfen wir ihm doch und haben unseren Spaß dabei ^^ aber der konnte das richtig richtig gut, der kleine!
Hier sind ein paar lustige Videos...

Mittwoch, 14. April 2010

Zurück im Projekt

Nach einigen Wochen Pause wegen Seminaren und ein paar freien Tagen über Ostern sind wir diese Woche mal wieder in der Schule.

Es macht inzwischen wirklich viel mehr Spaß als vorher, weil wir endlich das machen können, was wir wollen, und nicht mehr einfach nur da sein und ab und zu spielen müssen.

Am Montag waren wir in verschiedenen Englisch-Stunden und haben Lernspiele mit den Kindern gemacht. Wir waren auch in der achten Klasse, der Abschlussklasse dieser Schule. Im Roma-Teil gehen 10 Kinder in die achte Klasse, von denen zwischen zwei und vier tatsächlich kommen. Sie haben normalerweise keine Bücher dabei und weigern sich, Englisch-Unterricht zu machen.
Steffi und mich finden sie aber unheimlich spannend, weil wir kaum älter sind als sie (die Achtklässler sind so um die 18), aus Deutschland kommen und etwas aus unserem Leben machen. Ein Mädchen wollte sich gleich die Haare blond färben und die gleiche Frisur machen lassen, wie Steffi...
Das ist super, weil wir ziemlich gut mit ihnen arbeiten können, wenn sie so interessiert sind. Sie haben sich schon auf ein paar englische Spiele mit uns eingelassen und wir können da sicher noch einige schöne Projekte machen.

Außerdem machen wir in der vierten Klasse seit einigen Wochen ein Projekt über Kontinente, immer eine Stunde pro Woche.

Wir haben mit Europa angefangen, ihnen "Guten Tag" in verschiedenen Sprachen beigebracht und Fähnchen von verschiedenen europäischen Ländern gebastelt.

Danach kam Afrika. Darüber haben wir ihnen einen kurzen Film gezeigt und dann Rasseln und Trommeln gebastelt, was super ankam.

Diese Woche war Asien dran. Wir haben ihnen Bilder aus verschiedenen asiatischen Ländern gezeigt und eine Stunde Chinesen gespielt.
Alle Kinder haben die Augen entsprechend geschminkt bekommen und dann gab es einen Reis-mit-Stäbchen-essen-Wettkampf und Yoga-Übungen auf dem Schulhof... =P





Die Stimmung unserer Koordinations-Lehrerin gegnüber ist zwar leider immer noch nicht besser geworden, aber das wird sich sicher auch nicht mehr ändern, weil wir uns gegen sie durchgesetzt und ihr gesamtes System umgekrempelt haben.
Sie hat uns jetzt mehr oder weniger aus ihrer Klasse und der ihrer besten Freundin rausgeschmissen. Wir dürfen jetzt nur noch stundenweise kommen, wenn wir konkret ein Projekt haben, und nicht mehr einfach um ihren Kindern im Unterricht zu helfen.
Darüber werden wir noch eine Diskussion mit ihr haben, aber das regt mich jetzt nicht mehr so auf, denn es gitb inzwischen genug andere, schöne, Dinge in der Schule, auf die ich mich jetzt konzentrieren kann... :)